Autismus - Asperger-Syndrom

Autismus

Die Vorstellungen darüber, was Autismus ist, sind sehr begrenzt. Das liegt daran, wie autistische Menschen von den Medien dargestellt werden. So wird sehr klischeehaft eine bestimmte Ausprägung des Autismus verabsolutiert, nämlich das Kanner-Syndrom (frühkindlicher Autismus). Die meisten haben deshalb Bilder von autistischen Kindern vor Augen, die völlig in sich selbst versunken scheinen, rhythmisch den eigenen Körper wiegen oder schreien. Oft wird Autismus auch fälschlicherweise mit geistiger Behinderung gleichgesetzt.

 

Aus medizinischer Sicht ist Autismus primär eine angeborene, unterschiedliche Wahrnehmungsverarbeitung, die dem Betroffenen massive Probleme bei der Verarbeitung von Umweltreizen bereitet. Durch eine Beeinträchtigung der Filterfunktionen ist der Autist einem Chaos verschiedener Sinneseindrücke ausgeliefert, was sekundär zu einer Störung im sozialen Bereich, zu einem Rückzug und zu unverständlichen Verhaltensweisen führt.

Autismus ist ein Phänomen mit unterschiedlichen Ausprägungsformen und -graden.

Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist:

wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit.

 

Denn nur wenn man allein ist, ist man frei.

 

Arthur Schopenhauer

 

 

Den Autisten gibt es nicht. Das Erscheinungsbild des Autismus ist von Fall zu Fall wieder anders. In extremen Fällen sind autistische Menschen stumm (Mutismus) und tief in sich gekehrt. Allen Autisten gemeinsam sind jedoch die Schwierigkeiten im sozialen Bereich, die zu einem mehr oder weniger starken Rückzug führen.

Von der Weltgesundheitsorganisation wird Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert.

Das Asperger-Syndrom
oder

Der unsichtbare Autismus

Das Besondere am Asperger-Syndrom ist, dass es nicht sichtbar ist. Asperger wirken wie "normale" Menschen. Man sieht ihnen nicht an, dass sie autistisch sind. Da sie über ein gutes Sprachverständnis und eine normale, oft sogar überdurchschnittliche Intelligenz verfügen, sind ihre Schwierigkeiten im sozialen Bereich auf den ersten Blick kaum erkennbar. Gerade Asperger mit hohen intellektuellen Fähigkeiten haben oft gelernt, ihre Schwierigkeiten so zu kompensieren, dass der Autismus selbst für Fachleute kaum zu erkennen ist.

Es gibt sehr schweigsame Asperger, die jedem Kontakt aus dem Weg gehen. Es gibt sehr wortgewandte Asperger, die recht mitteilungsfreudig sind und schnell Kontakte knüpfen können. Es gibt Asperger mit hohen Begabungen, z.B. im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Wieder andere haben  Lernschwierigkeiten. Die typischen Merkmale des Autismus sind bei erwachsenen Aspergern von außen oft kaum oder gar nicht mehr erkennbar. Viele haben sich zu ausgezeichneten Schauspielern entwickelt, die ihr Anderssein sehr gut verstecken können. Dennoch sind Menschen mit dem Asperger-Syndrom autistisch. Sie leiden an ihrem Anderssein. Sie sehnen sich danach, sich selbst zu sein, fühlen sich aber gezwungen, eine Rolle zu spielen.

Was nun andrerseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit, und in dieser sich selbst, zu ertragen.

 

Innere Leere und Überdruss sind es, von denen sie sowohl in die Gesellschaft, wie in die Fremde und auf Reisen getrieben werden.

 

Arthur Schopenhauer

Das Asperger-Syndrom zeichnet sich - wie jede Form von Autismus - durch Probleme bei der Verarbeitung von Reizen, eine sensorische Überempfindlichkeit und Schwierigkeiten auf dem Gebiet der sozialen Beziehungen aus. Bei den meisten Erwachsenen mit Asperger-Syndrom ist der Autismus in der Kndheit unentdeckt geblieben. Damals gab es die Diagnose einfach noch nicht. Oft entstehen aus einem unerkannten Autismus psychische Folge-krankheiten, die den Ursprung des Leidens noch mehr verdecken. Die meisten Asperger haben einen langen Leidensweg hinter sich, bis sie zur Diagnose gelangt sind und sich selbst finden konnten.

Den Asperger-Autisten gibt es nicht. Autisten unterscheiden sich genauso voneinander wie Nichtautisten.

 

Quelle: grafik+informatik asperger, Zürich

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